Gourmetreise in die Toskana

Gourmetreise Toskana
Gourmetreise Toskana:
© samott – Fotolia.com

Wir hatten es einfach verdient. Anstatt eine Woche auf Mallorca wollten meine Frau und ich mal wieder etwas Außergewöhnliches erleben. So entschieden wir uns, für eine Gourmetreise in die Toskana, wobei hier weder die Weine noch die Speisen besonders gewichtet wurden. Wir erhofften uns, die Vielfalt und das Besondere in einer bezaubernden Umgebung zu erleben und neue Menschen und Kulturen kennen zu lernen.

Wie gesagt, es sollte etwas Besonders sein. Wir entschlossen uns daher, nicht wie gewöhnlich die Speisen und Weine in Restaurants zu uns zu nehmen, sondern wir wollten zumindest das Essen selbst zubereiten. Dazu buchten wir eine Gourmetreise respektive einen „Kochkurs Toskana für Einsteiger“, der uns die Toskana, Leute und Kulinarisches näher bringen sollte.

Bezauberndes Ambiente

Inmitten eines umwerfenden Panoramas wurden wir aufs Herzlichste in den scheinbar uralten Gemäuern unserer familiären Unterkunft begrüßt. Dieses urige und gemütliche eingerichtete Landhaus sollte für die kommenden drei Tage unserer Gourmetreise unser Domizil sein. Unsere Vermieter und Gastgeber, Leonardo und Rosa, machten uns mit den Gegenebenheiten des Hauses und der Umgebung vertraut und erklärten in nahezu perfektem Deutsch, dass sie uns die Toskanische Küche ein wenig näher bringen würden. Gemeinsam sollten wir nun edle und rustikale, raffinierte und regionale Spezialitäten kennen, und unter fachmännischer Anleitung zubereiten lernen. Dazu gäbe es immer mal wieder, so der Hausherr, eine gemütliche Weinverkostung. Schließlich sei die Region bekannt für ihre herrlichen Weine, die zudem zu jeder Mahlzeit einfach dazugehörten. Diese Meinung schlossen wir uns natürlich gerne ohne Wenn und Aber an. In bezauberndem Ambiente und familiärer Umgebung trafen wir nun auch schon die Vorbereitungen für die erste Zubereitung einer regionalen Spezialität.

Rustikale Vorspeise

Panzanella
Panzanella: © Schwoab – Fotolia.com

Zuerst sollte es eine rustikale Vorspeise sein, die wir nun selbst zubereiten sollten. „Panzanella“ heißt sie. Es handelt sich hierbei um einen Toskanischen Brotsalat. Nach Meinung von Leonardo ist es Prinzip dieser Region, dass alles irgendwie zu verwerten sei, auch Brot, das etwas älter ist. Die frischen Zutaten besorgten wir uns auf dem Wochenmarkt. Nachdem wir alles bereit hatten, machten wir uns ans Werk:

  • 200 Gramm Weißbrot (3 Tage alt)
  • 1 weiße Zwiebel
  • 1 Salatgurke
  • 2 Knoblauchzehen (oder auch 3-4)
  • 200 Gramm feste Tomaten
  • 1 Gelbe Paprika
  • 1 Bund Rucola
  • Kapern und Rotweinessig
  • Salz, Pfeffer (frisch), Olivenöl (kalt gepresst aus der Region)

Ich kann nur sagen, die dreißig Minuten Zubereitungszeit haben sich gelohnt. Es schmeckte einfach fantastisch. Mediterran und leicht. Dazu verkosteten wir eine Rosso di Montalcino. Allein die Zusammenstellung und die gemeinsame Zubereitung der Speise hatte uns schon ein Riesenvergnügen bereitet.

Hähnchen alla Diavola

Für die nächsten Tage besorgten wir uns nun die Zutaten, die wir benötigten. Rosa beschloss zudem, dass meine Frau mit Leonardo und ich mit ihr jeweils ein Gericht zaubern sollten. Wir wuselten nun ein wenig hektisch in der Küche umher, schnitten hier, säbelten dort, zwischendurch immer wieder ein Schlückchen toskanischen Weines. Es machte einen Riesenspaß. Rosa und ich bereiteten ein „Hähnchen alla Diavola“ zu:

  • 4 kleine Brathähnchen (je ca.1 kg)
  • je 4 Zweige Salbei, Rosmarin, Thymian und Oregano
  • 2 kleine, getrocknete Peperoni
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Olivenöl

Ribollita

Meine Frau und Leonardo versuchten sich an einer „Ribollita“, einer herzhaften Suppe:

  • 300 g getrocknete weiße Bohnen
  • Je 2 Zwiebeln, Knoblauchzehen, Möhren
  • 1 Stange Porree
  • 250 Gramm Mangold
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • Rosmarin, Thymian nach Wunsch
  • 2 Schinkenknochen
  • 1 Liter Fleischbrühe
  • 200 Gramm Parmesankäse
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer

Nachdem wir nahezu gleichzeitig fertig wurden und einen leckeren Wein verkosteten, fragt ich Rosa, wer um Himmels Willen den dies alles essen solle? Kaum ausgesprochen, erschien ein weiteres Ehepaar. Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich um Rosas Bruder nebst Gattin. Zu sechst saßen wir nun in gemütlicher Runde um einen riesigen runden Holztisch und labten uns an den selbst zubereiteten kulinarischen Gaumenfreuden. Seitens Rosas Bruder und seiner Frau erhielten wir ein höchstes Lob für unsere Kochkünste. Bei erlesenen Weinen verbrachten wir einen bezaubernden Abend. Diese Gourmetreise hatte sich wirklich gelohnt.

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