Usain Bolt bei der Olympiade 2012 in London

Leichtathletik 100 Meter
Leichtathletik 100 Meter:
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Ich hatte das unwahrscheinliche Glück, über einen sehr guten Bekannten an eine der wohl zu dieser Zeit heiß begehrtesten Tickets auf diesem Planeten gelangt zu sein. Die Eintrittskarte berechtigte mich, live bei der für mich bedeutendsten Entscheidung der Olympischen Sommerspiel 2012 in London im Stadion anwesend zu sein. Das 100 Meter Finale der Männer stand an diesem Sonntag, den 05. August an. Terminiert war das Spektakel auf 21:50 Uhr Ortszeit.

Hier konnten mein Bekannter und ich dem Spektakel beiwohnen, das der große Showman Usain Bolt hoffentlich bieten würde. Denn alle anderen Mitkonkurrenten waren meiner Meinung nach nur Programmfüller, obwohl es sich natürlich hierbei auch um absolute Weltklasse Sprinter handelte. Nach einer Sightseeing Tour durch die englische Metropole London am Tag davor, bei der wir einen faszinierenden Blick auf die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und das bunte und quirlige Treiben genießen durften, fanden wir uns am Sonntag nun so um die Mittagszeit im Olympiastadion ein. Das Stadion war bereits zu diesem Zeitpunkt vollständig besetzt und es herrschte einen fantastische Stimmung. Die Athleten, die zu dieser Zeit ihre Wettkämpfe absolvierten, wurden, egal welcher Nationalität sie angehörten, frenetisch angefeuert und bejubelt. Ein beeindruckendes Szenario mit Gänsehautatmosphäre.

Die (Neben-)Entscheidungen an diesem Tag

Neben den mit Spannung erwarteten 100 Meter Finale der Männer standen diverse Vorkämpfe in unterschiedliche Disziplinen sowie vier weitere Endkämpfe an. Obwohl wir uns innerlich natürlich auf Bolt und Co. fokussiert hatten, nahmen wir natürlich auch bei den anderen Wettkämpfen einen regen Anteil. Das 400 Meter Finale der Frauen entschied die bildhübsche amerikanische Gazelle Ross souverän für sich. Daneben siegte erwartungsgemäß beim Marathon der Damen eine Frau aus Schwarzafrika, die Äthiopierin Geland. Das Hammerwerfen, einst eine Domäne unserer Sportler, fand gar ohne Beteiligung deutscher Athleten statt. Hier siegte der Ungar Pars, während im Dreisprung der Frauen die Kasachin Rypakov die Goldmedaille errang. So langsam tickte die Uhr dann in Richtung des Halbfinals der Männer. Die Spannung stieg an. Nicht weil der große Showmaster hier nicht durchkommen würde, sondern weil er möglicherweise durch einen Fehlstart disqualifiziert würde. Aber alles ging glatt und der Meister aus Jamaika steuerte locker dem Finale entgegen. Dazu hatten sich alle Favoriten qualifiziert, so dass das wohl beste besetzte Finale aller Zeiten starten konnte.

Das große Finale

Um 22.40 Uhrzeit erschienen dann die acht schnellsten Männer der Welt. Allein das Gebaren und Getue war schon das Eintrittsgeld wert, auch wenn ich gar nichts bezahlt hatte. Jeder konzentrierte sich auf seine individuelle Art und Weise – außer Usain Bolt. Ich hatte das Gefühl, er würde seine Mitstreiter nicht recht ernst nehmen. Er flachste mit den tosenden Zuschauern und veranstaltete daneben noch so allerlei merkwürdige Dinge. Dann forderte der Starter die acht Finalisten auf, sich zu den Startblöcken zu begeben. Zu diesem Zeitpunkt wurde es dann immer ruhiger im Stadion. Gebannt starrten die Zuschauer auf das sich anbahnende Spektakel. Dann befanden sich alle acht Läufer offenbar in der richtigen Position. Es herrschte nun Totenstille im weiten Rund des Olympiastadions. Aufgrund unserer fantastischen Sitzplatzes konnte ich Bolt beinahe in die Augen schauen. Doch der ließ sich von mir überhaupt nicht stören und war völlig auf den Startschuss fokussiert. Ein Schuss, und ab ging die Post. Ein Höllentempo, was die Herren da so an den Tag legten. Der große Usain war exzellent aus den Blöcken gekommen und sprintete sich an die Spitze. Doch sein Landsmann Blake kam ihm gefährlich nahe. Aber auch der Amerikaner Gatlin war sehr gut unterwegs. Nach 9,63 Sekunden war alles vorbei. Usain Bolt hatte in einem sagenhaften Lauf die Goldmedaille gewonnen, und das mit neuem Olympischen Rekord. Vor Blake und Gatlin. Noch im Zielraum veranstaltete der Showmaster in Siegerpose den unverzichtbaren Bogenschützen und ließ sich von den Massen feiern. Alle drei Medaillen gingen dann mit ihrer jeweiligen Landesflagge unter dem donnernden Applaus der Zuschauer auf die verdiente Ehrenrunde. Ein großartiges Spektakel hatte sein erwartetes Ende gefunden.

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